Toplumsal Bir Enkazın Tanıklığı: KHK TV ve Adalet Arayışı

Zeugnis eines gesellschaftlichen Trümmerfeldes: KHK TV und die Suche nach Gerechtigkeit

Doz. Dr. Bekir Çınar

5. Mai 2026

Die Entlassungen durch Dekrete (KHK) nach dem 15. Juli, einer der schmerzhaftesten Phasen der Türkei, beschränkten sich nicht nur auf den Verlust der Arbeitsplätze von Zehntausenden von Menschen, sondern führten auch zu einem tiefen gesellschaftlichen Trauma, Stigmatisierung und der Suche nach Gerechtigkeit.

Der Journalist Ahmet Erkan, der als Vertreter der Anadolu Agency in Pakistan entlassen wurde, zeichnet über seinen gegründeten Sender KHK TV, als Opfer und gleichzeitig als einer der wichtigsten Zeugen dieses Prozesses, eine Ära auf, in der "das Dach mit dem Staat über ihnen zusammenbrach".

KHK TV als Existenzkampf

Die Entstehung von KHK TV ist eigentlich das Ergebnis von Ahmet Erkans Bedürfnis, mit seiner schweren Major Depression umzugehen und etwas zu schaffen.

Dieses Projekt, das sich durch das Zusammentreffen mit dem verstorbenen Prof. Dr. Haluk Savaş konkretisierte, begann ursprünglich mit dem Ziel, die Geschichten der KHK-Opfer zu archivieren, entwickelte sich aber schnell zu einem Menschenrechtskanal, der über Menschenrechtsverletzungen aus allen Teilen der Türkei berichtet.

Der Kanal, der bisher über 2700 Videos produziert hat, hat eine breite Perspektive gewonnen, indem er versucht, Stimmen aus verschiedenen Teilen der Gesellschaft (Kurden, Aleviten, LGBT+, usw.) zu Gehör zu bringen.

Sozialer Tod und gesellschaftliche Gleichgültigkeit

Eine der größten Schwierigkeiten, die KHK-Opfer erleben, ist, dass sie laut Erkan wie "Pestkranke" behandelt werden.

Ein großer Teil der Gesellschaft hat aus Angst, als "Terroristen" abgestempelt zu werden, den Kontakt zu diesen Menschen abgebrochen, und diese Ausgrenzung hat sich sogar auf die engsten Familienmitglieder ausgeweitet.

Selbst in Dörfern werden Entlassungen aufgrund von Neid auf Erfolg "mit Trommeln und Zurnas gefeiert", was die Zerstörung der menschlichen Dimension des Prozesses deutlich macht.

In diesem stillen Schrei sind die 132 Menschen, die Selbstmord begangen haben, und die Kaymakam, die auf Baugerüsten ihr Leben ließen, die konkretsten und schmerzlichsten Zeugnisse des erlebten Dramas.

Journalismus zwischen zwei Fronten

Ahmet Erkan musste bei seiner journalistischen Arbeit für KHK TV nicht nur mit staatlichen Behinderungen, sondern auch mit den Vorurteilen seiner eigenen Gemeinschaft kämpfen.

Für seine Interviews mit Persönlichkeiten wie Hanefi Avcı und Doğu Perinçek musste er hohe materielle und immaterielle Preise zahlen und wurde beschuldigt, ein "Instrument des Regimes" zu sein.

Erkan jedoch betrachtete es als seine Pflicht, sich an die Prinzipien der Neutralität und des öffentlichen Interesses im Journalismus zu halten und Menschen aus allen Schichten anzuhören, und setzte sich trotz des Risikos einer Gefängnisstrafe für die Archivierung ein.

Zukunftsangst und "verlorene" Generationen

Die höchste Rechnung des Prozesses zahlen jedoch die Kinder. Die Kinder der KHK-Opfer wachsen auf und erleben, wie ihre Väter ihren früheren Ruf verlieren und auf Baustellen oder Märkten arbeiten müssen. In Schulen werden sie von ihren Lehrern als "FETÖ-Mitglieder" stigmatisiert.

Diese Situation führt zu einem tiefen Bruch in der Loyalität gegenüber dem Staat und der Gesellschaft und zu einer Säkularisierung in der neuen Generation.

Lösungsansätze und Amnestie-Debatten

Heute warten etwa 60.000-70.000 Akten im Kassationshof auf Genehmigung, und die große Mehrheit dieser Personen sind Frauen.

Diese Gruppe lebt mit der Angst, jederzeit ins Gefängnis zu kommen, mit der Empfindlichkeit eines "Taubenherzens".

Laut Ahmet Erkan ist es unerlässlich, ein Amnestiegesetz zu erlassen, ohne ihre Würde zu verletzen, um den sozialen Frieden zu gewährleisten.

Das Brechen des Starrsinns der politischen Führung in dieser Angelegenheit und die Änderung der Aufgabenbeschreibungen der "FETÖ-Bekämpfungseinheiten" bei der Polizei sind die kritischsten Schritte zur Normalisierung.

Fazit

Zusammenfassend hat der KHK-Prozess eine tiefe Wunde in der Rechts- und Demokratiegeschichte der Türkei hinterlassen. Der Kampf von Ahmet Erkan und KHK TV ist eine historische Aufzeichnung, damit diese Wunde nicht in Vergessenheit gerät.

Die Türkei kann nur dann den Standards eines demokratischen und wohlhabenden Landes entsprechen, wenn diese Ungerechtigkeiten behoben und eine transparente Rechtsordnung wiederhergestellt werden.

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