Provokateurin Şirin
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Fehmi Kuş
Autor & Analyst
In den Tiefen des Waldes, angesiedelt in Pilzbehausungen, lebte ein blaues Volk, dessen Größe drei Tweets nicht überstieg. Es wurde als Kindermärchen erzählt; doch diejenigen, die erwachsen wurden, wussten, dass jedes Märchen eine leicht verzerrte Version der Wahrheit war. Diejenigen, in denen noch ein Funken Reinheit und Würde verblieben war, schienen für einen Moment die berühmteste Figur des Dorfes zu sehen – den Provokateur Schlumpf.
Die Frequenz des Dorfes
In diesem Dorf herrschte keine Freude. Aus den Wasserfällen floss kein Wasser, sondern Eiter. Und der berühmte Chor, der jeden Morgen einstimmig erklang, war kein Kinderlied, sondern eher eine Hinrichtungshymne: "La la la-la-la la, wen machen wir heute lächerlich la!"
Das Rückgrat des Märchens war: Hier gab es keine Güte; es gab keine Suche nach der Wahrheit. Der Provokateur Schlumpf, der seine weiße Mütze aufsetzte und auf den Balkon seines Pilzhauses trat, hatte die Tür des gegenüberliegenden Schlosses schon vor Sonnenaufgang geklopft. Gargamel, der in diesem Schloss lebte, war der offensichtliche Bösewicht des Märchens. Azrael, der an seiner Seite herumlungerte, war das Sinnbild kleiner Interessen, von Vorteilsnetzwerken, die auf Knochen lauern.
Abgemachtes Spiel
In diesem Märchen war die Feindschaft nicht so offensichtlich, wie man annahm. Es gab einen unsichtbaren Händedruck, eine Vereinbarung über ein Scheingefecht. Gargamel drohte von außen; der Provokateur Schlumpf lieferte Material von innen. Ein Video, das aus dem Dorf gezupft wurde, ein aus dem Kontext gerissener Satz, ein Zitat, das Jahre zuvor herausgezogen wurde... Alles wurde sorgfältig mit "Gewissen"-Soße übergossen und serviert.
"Ich deute es hier an, du greifst dort an. Du schreist, damit meine Gelassenheit glänzt."
Das Böse im Gewand der Tugend
Provokation war hier keine Laune; es war eine schmutzige Partnerschaft, die Holz in Gargamels Kessel trug und Azraels Federn streichelte. Verleumdung wurde wie die seltenste Frucht des Dorfes poliert. Unverfrorenheit wurde unter der Maske der "Transparenz" zur Schau gestellt. Der Refrain änderte sich nie: Schade... Gewissen... Fakten ändern sich nicht... Gott gebe... Die Worte waren dieselben, der Ton war derselbe, die Absicht war dieselbe. Nur das Ziel änderte sich.
Die Kunst des Provokateur Schlumpfs lag nicht im Schreien, sondern darin, maßvoll zu wirken. Auf seinem Gesicht lag Weisheit, in seiner Sprache Gelassenheit, in seinem Stil eine "Papa Schlumpf"-Manier... Doch unter dieser Würde lag eine millimetergenaue Berechnung. Wessen Nerven gereizt würden, wer reagieren würde, wer blockieren würde – all das war in der Dunkelheit des Pilzhauses geplant.
Das Böse wurde nicht in seiner Rohform, sondern im Gewand der Tugend in Umlauf gebracht.
Der Tag endete, das Dorf ermüdete, die Diskussionen verstummten. Der Provokateur Schlumpf zog sich in sein Pilzhaus zurück. Er hatte keinen Pfennig in der Tasche; doch wenn er in den Spiegel blickte, zeigte sich ein seltsamer Berufs-stolz auf seinem Gesicht. Am nächsten Morgen stand er wieder früh auf. Er kochte Kaffee, richtete seine weiße Mütze und begann mit derselben Ernsthaftigkeit seine Arbeit. Wir sahen es jedes Mal mit Übelkeit. Aber wir konnten es nicht leugnen: Er war ein Meister in der Henkerskunst der Würde. Sehr meisterhaft.