Güneşe doğru açılan iki el — İslam ahlakında af ve müsamahayı simgeleyen dua imgesi

Vergebung und Toleranz aus der Perspektive islamischer Moralisten

CS

Cemal Satılmış

Theologe & Gemeindearbeiter

Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer, unser Thema ist Vergebung und Toleranz aus der Perspektive islamischer Ethiker. Ich möchte mit einer sehr wichtigen Frage beginnen: Ist Verzeihen wirklich eine Schwäche oder die größte Stärke?

Vergebung: Schwäche oder Stärke?

Laut islamischen Ethikern ist die Antwort auf diese Frage sehr klar. Vergeben ist keine Schwäche, sondern im Gegenteil eine hohe moralische Stärke. Im islamischen Denken ist Vergebung nicht nur eine gute Tat, sondern auch eine Pflicht der Bruderschaft im Glauben.

Stellen Sie sich vor, in einer Gesellschaft würde jeder sein Recht bis zum Äußersten einfordern, aber niemand würde vergeben – gäbe es dann noch Frieden in dieser Gesellschaft? Aus diesem Grund haben islamische Ethiker Vergebung und Toleranz in den Mittelpunkt der Beziehungen gestellt. Hierbei gibt es jedoch ein wichtiges Gleichgewicht: Das Recht auf Vergebung gehört einzig und allein dem Opfer. Und wenn es vergibt, ist das seine Größe.

Umgang mit Menschen, die ständig Fehler machen

Was ist mit Menschen, die ständig Fehler machen? Hier spaltet sich das islamische Denken. Eine Gruppe, angeführt von Abu Dharr al-Ghifari, sagt: Halte Abstand zu solchen Menschen. Die andere Gruppe, vertreten von großen Gelehrten wie Imam Ghazali, vertritt die Ansicht: Lösche den Menschen nicht vollständig aus, aber mache dich nicht mitschuldig an seinen Fehlern. Das bedeutet, halte Abstand vom Fehler, nicht von der Person. Das ist ein sehr feines, aber tiefgründiges Gleichgewicht.

Wahre Stärke ist nicht Rache, sondern Vergeben zu können, wenn man Rache nehmen könnte.

Die transformative Kraft der Vergebung

Der Koran lehrt uns auch, dass Vergebung nicht nur die andere Seite, sondern tatsächlich uns selbst verändert. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) sagte: "Allah ehrt seinen vergebenden Diener." Das heißt, derjenige, der vergibt, wird stärker, angesehener und friedlicher.

Raghib al-Isfahani drückt es sehr schön aus: Der Mensch erreicht durch Vergebung oft ein Glück, das er durch Bestrafung nicht erreichen kann.

Vergebung: Eine Erziehungsmethode

Vielleicht ist der wichtigste Punkt: Vergebung ist nicht nur eine Moral, sondern auch eine Erziehungsmethode. Denken Sie an ein Kind; korrigiert es sich eher durch ständige Bestrafung oder durch Verständnis und Barmherzigkeit? Die Antwort des Islams ist sehr klar: Vergebung verändert Herzen. Das Geheimnis des Erfolgs des Propheten liegt hierin; nicht in Härte, sondern in Barmherzigkeit.

Werde ich stärker, indem ich vergebe, oder erschöpfe ich mich, indem ich nicht vergebe?

Heute können wir uns diese Frage stellen. Die Antwort könnte unser Leben verändern.

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