Karanlık fonda avucundan ışık saçan el — affetmenin ve merhameti sunmanın simgesi olan görsel.

Vergebung und Nachsicht

CS

Cemal Satılmış

Theologe & Gemeindefreiwilliger

Stellen Sie sich eine Klasse vor… Kinder, die an ihren Bänken sitzen… Kinder mit Träumen, mit Lachen, die hoffnungsvoll in die Zukunft blicken… Und plötzlich versinkt diese Klasse in Stille. Mit einem Schussgeräusch werden nicht nur Leben verletzt; auch das Gewissen einer Gesellschaft wird verwundet.

Was ist Vergebung?

Heute werden ähnliche Leiden an vielen Orten der Welt erlebt. Verwaiste Kinder, Generationen, die mit Tränen aufwachsen, Menschen, die schwere Lasten im Herzen tragen… Genau in einer solchen Welt müssen wir uns die Frage stellen: Wie werden wir diese Wunden heilen? Die Antwort ist vielleicht die schwierigste, aber auch die stärkste: Vergebung.

Vergebung ist das Löschen, das langsame Entfernen der Spuren der Vergangenheit aus dem Herzen. Aber ihre eigentliche Bedeutung ist: Sich dafür zu entscheiden, demjenigen, der dir Böses antut, nicht mit Bösem zu begegnen. Der Koran weist in dieser Angelegenheit einen sehr klaren Weg. Im Vers 199 der Sure Al-A'raf heißt es: „Nimm den Weg der Vergebung, gebiete das Gute und wende dich von den Unwissenden ab.“ Dieser Vers ist eigentlich ein Kompass für das Leben.

Vergeben… Manchmal bedeutet es, zu schweigen, obwohl man Recht hat, manchmal, die Verletzung nicht zu vergrößern, obwohl das Herz gebrochen ist, und manchmal, trotz des inneren Rufes „Vergeltung zu üben“ sagen zu können: „Ich werde anders sein.“

Das Böse mit Gutem vergelten

Als unser Prophet nach der Bedeutung dieses Verses gefragt wurde, war die Antwort sehr eindrücklich: „Sei gut zu dem, der dir Böses tut, gib dem, der dir nichts gibt, und baue eine Verbindung zu dem auf, der die Verbindung zu dir abbricht.“ Wenn wir diese Worte wirklich in unser Leben integrieren könnten; wie viele Kränkungen würden heilen, wie viele Feindschaften würden enden?

Der Koran lehrt uns auch Gerechtigkeit: „Die Vergeltung für eine Übeltat ist eine gleichwertige Strafe.“ Doch gleich darauf öffnet er eine höhere Tür: Wenn ihr vergebt, ist das besser für euch. Das bedeutet, Vergebung ist nicht das Ignorieren der Gerechtigkeit; es ist die Fähigkeit, über sie hinauszugehen.

Wer Vergebung will, muss auch lernen zu vergeben.

Was heute in der Welt fehlt, ist nicht nur Gerechtigkeit, sondern auch Barmherzigkeit und Vergebung… Denn Vergebung ist nicht nur eine individuelle Tugend. Vergebung ist das Wiederlächeln eines Kindes, die Erleichterung des Herzens einer Mutter, das Wiederaufstehen einer Gesellschaft. Und vielleicht eines Tages, irgendwo, dieser eine Satz, der aus dem Herzen eines Menschen kommt: „Ich vergebe dir…“

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